Der Neubau Kantonsspital Uri (KSU) ist das grösste Hochbauprojekt, das Uri je umgesetzt hat. Das Generationenwerk sichert die Gesundheitsversorgung des Kantons auf Jahre hinaus. Der Neubau ersetzt das alte Spital aus den 1960er-Jahren und wurde von Grund auf neu geplant. Die Leicom wurde mit der kompletten Automatisierung des Gebäudes inkl. Integration verschiedenster Gewerke beauftragt. Zusätzlich wurden in der Umsetzung die besonderen Bedürfnisse und technischen Besonderheiten einer Gesundheitseinrichtung berücksichtigt.

Ausgangslage

Beim Um- und Neubau des Kantonsspitals Uri wird das heutige Spitalgebäude (Jahrgang 1963) durch einen vierstöckigen Neubau Trakt E ersetzt. Der Trakt D (Jahrgang 1997) wird vollständig saniert und umgebaut. Im Innern des künftigen Kantonsspitals entstehen drei moderne Operationssäle und zwei Pflegestationen mit insgesamt 80 Betten. Zusätzlich ist eine kombinierte Frauenklinik und Geburtsabteilung sowie alle betriebsnotwendigen Behandlungs- und Therapieräume im Areal integriert. Das Projekt wird über verschiedene Etappen umgesetzt und voraussichtlich Ende 2024/Anfangs 2025 abgeschlossen.

Herausforderung

Der Aufbau eines übergeordneten und zentralen Gebäudeleitsystems über alle Gewerke und Gebäude des Spitalareals gab den Rahmen für die Campus-Lösung mit standardisiertem BACnet nach KBOB vor. Die Integration von schnittstellenübergreifendenen Fremdsystemen zur Gebäudeautomation erforderte die übergeordnete Koordination und Standardisierung einer einheitlichen Signalerfassung. Ebenfalls wurde die Reduzierung von mehreren Übergängen bei Schnittstellen zu Gunsten von kurzen Übertragungswegen angestrebt, um die Gewährleistung der Funktion und Betriebssicherheit jederzeit sicherzustellen.

Eine weitere technische Herausforderung war die Einzelraumregulierung mit dezentralen, typisierten Raumautomationsboxen (RAB) in Bezug auf Klimatisierung und Beschattung. Die 91 RAB mussten auf die beschränkten Platzververhältnisse in der Hohldecke abgestimmt werden. Die Realiserung mit den wenigen RAB beinflusste auch die Anschlussarbeiten während der Bauphase, die entsprechend möglichst einheitlich und fehlerfrei durchgeführt werden mussten. Zusätzlich wird so der spätere Unterhalt durch die Gebäudetechnk möglichst einfach gestaltet. Bei den RAB wünschte der Kunde zusätzlich die Integration von sämtlichen Patiententerminals in den rund 80 Einzel- und Mehrbettzimmern für den Zugriff auf die Storensteuerung über BACnet.

Im Fokus stand auch eine einfache und intuitive Bedienung über alle Gewerke hinweg, was durch eine einheitliche Visualisierung von Anlagenübersichten, Grundrissen, Gebäudeansichten und Raumdetails gelöst wurde. Dadurch konnte der Gebäudetechnik vom Spital mit einer relativ kurzen Einarbeitungszeit das System übergeben werden.

Umsetzung

Die Leicom als erfahrener Dienstleister und Integrator von Systemlösungen wurde für die Mitgestaltung und Installation einer integrativen Lösung beauftragt. Mittels BACnet wurden sämtliche Automationsstationen der Primäranlagen, Etagenverteiler und Einzelraumregulierung ins zentrale Leitsystem inklusive Alarmmanagement und Energiemonitoring integriert.

Die Einzelraumregulierung mit den dezentralen Raumautomationsboxen wurde mit 5 standardisierten Boxentypen realisiert. Die Lösung basiert auf einer industriell vorgefertigen Box mit einem einheitlichen Stecker- und Buchsen-Layout. Die Bestückung erfolgte unabhängig der individuellen Räume und deren Ausbausstandard. Die 5 Boxentypen wurden alle gleich bestückt und individuell mittels vorkonfektionierten Kabeln angeschlossen. Die auf den Controllern installierte Firmware stellt sich automatisch auf den Raum und dessen Installationen von Beschattungsaktoren, Beschattungstaster, Heiz- und Kühlventile, Temperatur- und Feuchtefühler sowie Volumenstromregler ein. Das erleichtert wiederum den Unterhalt durch die spitalinterne Gebäudetechnik.

Als zusätzliche Anfordung zur generellen Einzelraumregulierung kam die Beschattungssteuerung nach dem MINERGIE P-Eco dazu. Das MINERGIE-Modul Sonnenschutz bildet die Grundlage für die Beschattungsfunktion und berücksichtigt die lokalen Witterungsverhältnisse mit Hilfe der Wetterstation und der Daten der Horizontbegrenzung vom Standort Altdorf. Damit die Storenbewegungen jedoch den Komfort der Patienten während ihres Aufenthaltes im Spital nicht unnötig beeinflussen, kann einerseits der Patient selber die Storen über das Patiententerminal steuern, andererseits kann die Gebäudetechnik die Parameter und somit die Anzahl Storenbewegungen beeinflussen.

Die gesamten Kundenanforderung im anspruchsvollen Projekt konnten zu 100% umgesetzt und mit Begeisterung vom Kunden in Betrieb genommen werden.

Mit der Leicom hatten wir einen erfahrenen Dienstleister an unserer Seite. Die Integration der verschiedenen Schnittstellen über ein individuelles Engineering unter zum Teil schwierigen Bedingungen zeichnet die Kompetenz von Leicom aus.
icon zitat

Mit der Leicom hatten wir einen erfahrenen Dienstleister an unserer Seite. Die Integration der verschiedenen Schnittstellen über ein individuelles Engineering unter zum Teil schwierigen Bedingungen zeichnet die Kompetenz von Leicom aus.

Rolf Zurfluh, Leiter Facility Management Kantonsspital Uri