Im Zuge des Energieziels 2030 baut das Stadtwerk Winterthur den Geschäftsbereich Energie-Contracting aus. Langfristig werden 70% CO2 neutrale Energie über diesen Bereich zur Verfügung gestellt. Mehrere parallellaufende Energieringe für die Wärmeversorgung wurden in ein zentrales Leitsystem inkl. Alarm- und Energiemanagement mit über 350 Stationen eingebunden. Dieses System ist nicht nur auf die technische Verwaltung begrenzt, sondern dient auch als Instrument zur strategischen Entscheidungsfindung, basierend auf umfassenden Datenanalysen und Prognosen.

Ausgangslage

Durch die Reduktion fossiler Brennstoffe in der Energiegewinnung und einer zentralen Erzeugung von Wärme mittels einer Holzschnitzelheizzentrale mit Wärmerückgewinnung werden mehrere parallellaufende Energieringe erstellt. Diese Ringe stellen die Wärmeversorgung von mehreren hunderten Haushalten, Unternehmen, Schulen und Kindergärten sicher. Um diese Versorgung zentral zu überwachen ist ein übergreifendes Netzleitsystem gefordert, dass verschiedensten Ansprüchen Rechnung tragen muss. Dieses System ist als zentrales Nervensystem der städtischen Energieinfrastruktur konzipiert. Es integriert und steuert alle wesentlichen Aspekte der Energieerzeugung, -verteilung und -nutzung, um eine effiziente, zuverlässige und nachhaltige Energieversorgung zu gewährleisten.

Herausforderung

Nebst einem ausfallsicheren Leitsystem war auch die Anbindung schnittstellenübergreifender Systeme in das Leitsystem gefordert. Die Endausbau Vision von Stadtwerk Winterthur konzentriert sich darauf, eine vollständig integrierte, nachhaltige und CO2-neutrale Energieversorgung zu erreichen und integriert alle Energiequellen und -netze in das Netzleitsystem. Diese Vision umfasst die schrittweise Expansion des Netzleitsystems, um weitere Stadtquartiere zu erschliessen und fortgeschrittene Technologien zu implementieren, die die Energieeffizienz weiter steigern. Ziel ist es, eine adaptive und resiliente Energieinfrastruktur zu schaffen, die den Bedürfnissen der Stadtbevölkerung gerecht wird und sich dynamisch an neue Herausforderungen anpassen kann. Das betrifft nebst klassischer Alarmierung und Reporting auch die Integration von SmartGrid-Systemen zur Optimierung und ein über die klassische Automatisierung hinaus gehendes Engineering.

Lösung

Um die Vision und Ziele zu erreichen, setzt Stadtwerk Winterthur auf das KnowHow der Leicom. Dies umfasst technologische Upgrades wie die Integration von Smart Grid-Technologien, die eine intelligente und effiziente Energieverteilung ermöglichen. Weiterhin werden laufend Massnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz durchgeführt, beispielsweise durch die Automatisierung und Optimierung der Heizungs- und Kühlungsprozesse durch den Einsatz einer smarten Plattform. Darüber hinaus ermöglicht das Netzleitsystem durch die fortgeschrittene Datenanalyse, präzise Wartungsinterventionen vorzunehmen und Störungen im Netz proaktiv zu beheben, bevor sie zu grösseren Problemen führen.

Die Leicom als erfahrener Dienstleister und Integrator von Systemlösungen wurde für die Beratung, Konzeption und Installation einer integrativen Lösung beauftragt. Mittels BACnet wurden die Übergabestationen mit Regulierung und Fernwärmeplattentauscher ins zentrale Leitsystem inklusive Alarm- und Energiemanagement integriert. Zusätzlich wurde über die innerhalb der Leicom Gruppe entwickelte Smart Building Platform Eliona eine übergeordnete Schnittstelle zwischen verschiedenen OT- und IT-Systemen integriert, um die ganze Datenerhebung, Analyse und Reporting zentral abzuwickeln. Die erfahrenen Ingenieure und Softwareentwickler der Leicom konnten diese Anforderungen gemäss den Bedürfnissen des Stadtwerks Winterthur dank der internen Entwicklungskompetenz perfekt umsetzen.